Nu isse endlich vorbei, diese Veranstaltung, die sich wie folgt selbst beschreibt:
Die re:publica ist das Festival für die digitale Gesellschaft. Seit 2007 bringt Europas wichtigste Digital- und Gesellschaftskonferenz die bedeutendsten Stimmen unserer Zeit zusammen und bietet eine Plattform für Debatten und Austausch - in Berlin und international.
Digitale Gesellschaft… so’n Murks… digital am A****. 🍑 Und bedeutende Stimmen hörste da ooch nich, weil die nämlich alle nich wirklich wat zu melden hab’n, selbst wenn se ville quatsch’n.
Als Berliner merkste vor allem, dass re:publica is, wenn inner Innenstadt überall Leute rumlatschen, die ausseh’n wie Penner aber mit Smartphone inne Hand und Laptop-Rucksack uff’m Rücken. Alternativ dazu jibt’s dann noch die Leute, die wohl jern ma Punks geworden wär’n, aber im Anzug rumrennen. Vielleicht sollte man denen ma erklär’n, dass Punk eben genau nich Anzug is?! 💭 Und anstatt billige Plastikbecher haben die Starbucks-Becher inner Hand.
Coworking-Spaces meidet der Berliner während der re:publica. Denn anstatt Coworking erlebt man in diesen Tagen dort die im vorherigen Absatz beschriebenen Leute, die sich wie Luftballons uffblas’n und wat von „Souveränität im digitalem Raum“ und ähnlichem faseln, während sie ihre Daten irgendwelchen US-Unternehmen in den Rachen stopfen. 💻
Spannend aber, dass dieses Jahr die schon lange zu Grabe getragene Blogosphäre scheinbar erneut uff’m Programm stand. Klar, Blogs jibtet immer noch. Du liest ja gerade eenen. Aber Blogosphäre? Rly?!
Und während sich diese „digitale Gesellschaft“ darüber austauscht, wie resilient Hochschulen gegenüber rechtsautoritären Angriffen sind, stellt sich der Durchschnitts-Berliner die Frage, wat det für ’ne Rolle spielt, wenn die Hochschulen ihre Gebäude schließen müssen, weil die einfach vergammelt sind. Aber hey, macht ma‘ eure digitale Gesellschaft. Dann braucht’s ja vielleicht ja keene Jebäude mehr.
Nur jut, dass dieser Stuss wieder vorbei is. Bis zum nächsten Jahr, wo sich dann erneut die digitale Gesellschaft trifft, um sich unter dem Deckmantel der kritischen Betrachtung des Internets selbst zu beweihräuchern.
Jetzt kann man aba wenigstens wieder Pennern wat in ihr’n Becher werfen, ohne uffpassen zu müssen, ob det nich vielleicht doch nen Hipster mit nem Starbucks-Kaffee is. Die finden det nämlich janich lustig, wenn de denen nen Groschen in ihr’n Kaffee schmeißt.
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